Archiv Schwalbach
23.06.11
Leserbrief
zu „CDU-Parteichef spricht Machtwort“ vom 22.06.2011
Es ist interessant zu sehen, dass die CDU-Fraktion erst ihren Vorsitzenden bei der Abstimmung im Stich gelassen hat, ihm damit das Vertrauen entzog, aber nun so tut, als sei das ein normaler Vorgang. Das ist es nicht! Man muss davon ausgehen können, dass ein Fraktionsvorsitzender auch die Meinung seiner Fraktion vertritt, wenn er das behauptet. Denn das höchste Gut eines Politikers ist seine Glaubwürdigkeit. Und die hat Herr Fischer nun verloren.

Da nutzt es auch nichts, jetzt auf Gründe außerhalb Schwalbachs zu verweisen. Der Grund für die SPD, sich auf die von Herrn Fischer initiierte Absprache einzulassen, ist ja genau der Tatsache geschuldet, dass eine mögliche Rot-Grüne Mehrheit in der Verbandskammer erreicht werden sollte. Sich als CDU jetzt darauf zu berufen, dies nicht rechtzeitig erkannt zu haben und nach bereits getroffener Absprache den Preis nachträglich als zu hoch anzusehen, macht es nur noch schlimmer. Dadurch erscheint die CDU nicht nur als unzuverlässig und unglaubwürdig, sondern auch als politisch inkompetent. Mit Herrn Fischer wird es jedenfalls für sehr lange Zeit keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr geben können. Wie soll man ihm bei Besprechungen jeglicher Art noch abnehmen, dass er auch tatsächlich die Meinung seiner Fraktion vertritt und nicht nur seine eigene Meinung? Mit freundlichen Grüßen

Eyke Grüning

 

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